2016er Jahrgang im Burgund: eine schöne Überraschung

Publié le 13/12/2016

Mit dem 2016er Jahrgang in seiner unverhofften Qualität weht eine Welle des Optimismus über das Burgund. Die Erleichterung ist groß in dieser Region, nach dem großen Bangen im Frühjahr! Dank eines milden Sommers sorgt die Rettung des 2016er Jahrgangs für eine Überraschung!

Katastrophales Wetter!

Jahr für Jahr sind die Winzer den klimatischen Gegebenheiten ausgesetzt und müssen sich damit arrangieren, wobei manche Jahre chaotischer und komplizierter sind, wie 2016.

Im April wurden die Gebiete um Mâcon und Chablis besonders stark von Graupelregen getroffen. Die Nacht vom 26. auf den 27. April wird noch lange in den Köpfen bleiben als eine klirrende Nacht in einem bisher nie da gewesen Ausmaß! Ein großen Teil der Weinberge der Côte-de-Nuits und Côtes de Beaune (Savigny-les-Beaune, Pommard, Beaune, Meursault) wurden in Mitleidenschaft gezogen. Am 27. Mai wurde erneut die Region Mâcon und der Norden des Burgunds vom Frost getroffen. Die folgenden Wochen sind von launischen Wetterverhältnissen von Starkregen bis Sonnenwärme gekennzeichnet, mit damit einhergehenden Gefahr von falschem Mehltau. Mitte Mai waren die Erwartungen für eine gute Ernte sehr gering.

Diesen Umständen mussten die Winzer mit größter Sorgfalt und ständiger Beobachtung ihrer Weinberge entgegen wirken. Durch intensive Pflege den ganzen Sommer lang und viel „Handarbeit“ konnten die von Frost geschonten Weinstöcke gut gedeihen und den Winzern eine gute Ernte bereiten.

Eine erfreuliche Wandlung für einen sehr zufriedenstellenden 2016er Jahrgang

Mit der Sonnenwende (21. Juni) änderte sich die Situation, Sonne und Wärme breiten sich aus… Zum Glück! Die angenehmen Monate Juli und August brachten die besten Bedingungen für eine Erholung der Weinstöcke und eine spektakuläre Reifung der Weintrauben. Der Regen im September verhinderte eine Austrocknung der Weinstöcke. Der trockene und sonnige Spätherbst brachte ideale Rahmenbedingungen für die anstehende Weinlese. So konnte bereits ab dem 20. September mit der Ernte begonnen werden.

Es ist nicht zu verleugnen, dass ein Teil des Weinanbaus im Burgund eine katastrophale Ernte mit sehr geringen bis zu teilweise keinen Erträgen erlebt hat. Diese Ernte wird mit Sicherheit zu den schwächsten der letzten 20 Jahre zählen. Dagegen präsentieren sich die geschonten Weinberge mit reifen und fülligen Weinstöcken. Die Trauben zeigen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Zucker und Säure. Bei der Gärung der Rotweine stechen die schöne und intensive Farbe sowie die Üppigkeit der Früchte hervor. Die Weißweine, geschmeidig, lassen Eleganz und Finesse voraus ahnen. Letztendlich ist der 2016er Wein sehr vielversprechend. Erst in ein paar Monaten wird man die ganze „Persönlichkeit“ dieser Cuvées erfahren können.

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